Gehör & Tinnitus

Gehörschäden vorbeugen: 5 Tipps gegen Hörverlust

Audinc 26. Aug. 2024 zuletzt aktualisiert 25. Okt. 2026
Gehörschäden vorbeugen: 5 Tipps gegen Hörverlust

Ein Gehörschaden durch Lärm ist bleibend, lässt sich aber gut vermeiden. So erkennen Sie die ersten Anzeichen, so schützen Sie Ihre Ohren mit 5 einfachen Tipps, und das tun Sie bei einem Piepen im Ohr nach dem Ausgehen.

Machen Sie den nächsten Schritt für Ihr Gehör

Bei schlechterem Hören denken wir oft ans Älterwerden. Das spielt sicher eine Rolle, aber auch laute Musik, dröhnende Maschinen und lärmende Fahrzeuge können Ihr Gehör schädigen, in jedem Alter. Und dieser Schaden ist bleibend.

Die gute Nachricht: Lärmschäden lassen sich gut vermeiden. In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie einen Gehörschaden erkennen, fünf Tipps zum Schutz Ihrer Ohren und was Sie tun können, wenn Sie nach einem Abend unterwegs ein Piepen im Ohr haben.

Kurz gesagt

  • Ein Gehörschaden durch Lärm heilt nicht. Vorbeugen ist das Einzige, was hilft.
  • Faustregel: 80 dB sind acht Stunden unbedenklich, und jede 3 dB mehr halbieren diese Zeit.
  • Ein Piepen nach dem Ausgehen ist eine Warnung, dass Ihre Ohren zu viel abbekommen haben.
  • Plötzlich deutlich schlechter hören? Wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an die 116 117.

Was ist ein Gehörschaden?

In Ihrem Innenohr sitzen Tausende winziger Haarzellen. Sie wandeln Schallschwingungen in Signale für Ihr Gehirn um. Bei zu viel oder zu lautem Schall werden diese Haarzellen überlastet. Zuerst merken Sie das als Piepen oder dumpfes Gefühl, das meist wieder vergeht. Passiert das oft oder ist der Schall extrem laut, gehen Haarzellen kaputt. Sie wachsen nicht nach, der Schaden ist also bleibend.

Lärm ist die bekannteste Ursache, aber ein Gehörschaden kann auch durch das Älterwerden, eine Krankheit oder bestimmte Medikamente entstehen. Lärm ist allerdings die Ursache, die Sie selbst am besten in der Hand haben.

Einen Gehörschaden erkennen

Ein Gehörschaden schleicht sich oft langsam ein. Sie merken ihn nicht von einem Tag auf den anderen, aber es gibt Anzeichen, an denen Sie ihn erkennen:

  • Ohrgeräusche. Ein Piepen, Pfeifen oder Rauschen, das nicht von außen kommt, auch Tinnitus genannt. Manchmal hören Sie es nur in einem stillen Raum, manchmal ist es den ganzen Tag da.
  • Manche Töne hören Sie schlechter. Ein gesundes Gehör nimmt Töne zwischen etwa 20 und 20.000 Hertz wahr. Bei Lärmschäden lassen meist zuerst die hohen Töne nach. Andere Geräusche können dagegen schrill oder zu laut klingen.
  • Mühe mit Betonung und Richtung. Betonung und Nuancen in einer Stimme sind schwerer zu verfolgen. Hört ein Ohr schlechter als das andere, können Sie auch schlechter bestimmen, woher ein Geräusch kommt.
  • Fernseher oder Radio müssen immer lauter. Das liegt nicht daran, dass sich Ihre Ohren an die Lautstärke gewöhnen, sondern daran, dass Haarzellen verloren gegangen sind. Die übrigen Zellen brauchen einen stärkeren Reiz, um ein Signal weiterzugeben.
  • Gespräche im Trubel werden schwierig. In einem vollen Café oder auf einer Geburtstagsfeier verpassen Sie immer öfter Wörter.

Erkennen Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen? Dann lassen Sie Ihr Gehör testen, zum Beispiel in einer HNO-Praxis oder über Ihre Hausarztpraxis. Je früher Sie es wissen, desto besser können Sie den Rest Ihres Gehörs schützen. Arbeiten Sie im Lärm, muss Ihr Arbeitgeber Ihnen ab 80 dB(A) eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten; für Unternehmen bieten wir außerdem Hörtests für das ganze Team an.

Fünf Tipps, um Gehörschäden vorzubeugen

1. Tragen Sie Gehörschutz

Das Beste, was Sie tun können, ist Gehörschutz zu tragen, sobald es laut wird. Arbeiten Sie mit lauten Maschinen, tragen Sie Ohrstöpsel oder Kapselgehörschutz. Gehen Sie zu Konzerten, in Clubs oder auf Festivals, nehmen Sie Ohrstöpsel mit und setzen Sie sie auch wirklich ein, bevor Ihre Ohren anfangen zu piepen.

Es gibt viele Arten von Gehörschutz. Schaumstoffstöpsel dämmen auf dem Papier stark, werden aber oft nicht richtig eingesetzt und lassen Musik dumpf klingen. Ohrstöpsel mit Musikfilter halten den Klang klar. Maßgefertigte Ohrstöpsel werden nach einem Abdruck Ihres Ohrs gefertigt und schließen daher am zuverlässigsten ab. Für Kinder gibt es Ohrstöpsel und Kapselgehörschutz in passender Größe.

2. Halten Sie Abstand

Je näher Sie an der Quelle stehen, desto lauter kommt der Schall an Ihren Ohren an. Halten Sie deshalb bei einem Konzert oder Festival Abstand zu den Lautsprechern, und stellen Sie sich nicht direkt neben eine Maschine, wenn es nicht sein muss. Schon ein paar Meter weiter weg machen einen spürbaren Unterschied.

3. Gönnen Sie Ihren Ohren Ruhe

Machen Sie während eines Konzerts, Festivals oder langen Arbeitstags ab und zu eine Pause an einem ruhigen Ort. Ihre Ohren bekommen dann kurz die Chance, sich zu erholen. Waren Sie einen Abend lang lautem Lärm ausgesetzt, geben Sie Ihren Ohren danach Zeit. Gehen Sie nicht gleich am nächsten Tag wieder an einen lauten Ort und hören Sie Ihre Musik eine Weile leiser. Sind Sie auf einem mehrtägigen Festival, suchen Sie regelmäßig einen ruhigeren Platz auf, und vergessen Sie auch dort Ihre Ohrstöpsel nicht.

4. Achten Sie darauf, wie laut und wie lange

Ob Schall schadet, hängt davon ab, wie laut er ist und wie lange Sie ihm ausgesetzt sind. Eine verbreitete Faustregel: 80 dB sind acht Stunden am Tag unbedenklich. Jede 3 dB mehr halbieren diese Zeit: 83 dB sind 4 Stunden, 86 dB 2 Stunden und 89 dB 1 Stunde. Ein schreiendes Kind oder ein Föhn auf höchster Stufe liegen bei etwa 80 dB.

Bei lauterem Schall geht es schnell. In einem vollen Club mit etwa 100 dB haben Sie nach rund 5 Minuten Ihre Tagesdosis erreicht. Eine Kettensäge kommt auf etwa 110 dB (wer viel heimwerkt, profitiert von Gehörschutz fürs Heimwerken); dann dauert es nicht einmal eine Minute. Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 120 bis 130 dB, und Knalle von 140 dB, wie ein Gewehrschuss aus der Nähe, können schon beim ersten Mal einen bleibenden Schaden verursachen (deshalb gibt es speziellen Gehörschutz für den Schießsport). Das gilt auch für Knallkörper aus der Nähe; lesen Sie dazu Gehörschutz für Feuerwerk. Eine ausführliche Tabelle mit Beispielen finden Sie unter ab wie viel Dezibel Lärm schädlich ist.

5. Hören Sie auf die Signale Ihrer Ohren

Ihr Gehör hat ein eigenes Warnsystem. Ein Pfeifton, Ohrgeräusche, vorübergehend schlechteres Hören oder ein Druckgefühl nach lautem Lärm bedeuten, dass Ihre Ohren zu viel abbekommen haben. Nehmen Sie das ernst und schützen Sie Ihre Ohren beim nächsten Mal besser.

Hantieren Sie auch nicht selbst in Ihrem Gehörgang herum, auch nicht bei einem verstopften Ohr. Mit Wattestäbchen schieben Sie Ohrenschmalz oft nur tiefer hinein. Haben Sie Beschwerden durch Ohrenschmalz, lassen Sie es sicher in Ihrer Hausarzt- oder HNO-Praxis entfernen. Was Sie selbst tun können, lesen Sie unter Ohrenschmalzpfropf.

Rechner · Lärmdosis

Wie lange ist dieser Lärm für Ihre Ohren unbedenklich?

Wählen Sie eine Situation oder stellen Sie Pegel und Dauer selbst ein.

Unbedenklich ohne Gehörschutz15 Minuten
Ihre Tagesdosis nach 2 Stunden8×
Ohne Gehörschutz 8×
Mit einem Filter mit SNR 19 10%
Mit einem starken Filter (SNR 31) 1%

100 % ist Ihre volle Tagesdosis, 3× bedeutet dreimal so viel. Liegen Sie über 100 %, riskieren Sie einen bleibenden Gehörschaden.

Schätzung nach der Faustregel 80 dB(A) über 8 Stunden, wobei sich die Zeit mit jedem Plus von 3 dB halbiert. Der SNR ist ein Laborwert: Wie stark Ihr Gehörschutz in der Praxis dämpft, hängt davon ab, wie gut er abdichtet. Ersetzt keine Messung.

Piepen im Ohr nach dem Ausgehen, was nun?

Sie kommen von einem Konzert oder einem Abend im Club nach Hause, und da ist es: ein hohes Piepen oder Rauschen in den Ohren. Fast jeder kennt das. Es bedeutet, dass Ihre Haarzellen überlastet wurden.

Was können Sie tun?

  • Gönnen Sie Ihren Ohren Ruhe und meiden Sie in den nächsten Tagen lauten Lärm, auch über Kopfhörer.
  • Fällt das Piepen vor allem in der Stille auf? Ein leises Hintergrundgeräusch, etwa ein Ventilator oder leise Musik, macht es weniger auffällig.
  • Meist verschwindet das Piepen innerhalb von einigen Stunden bis Tagen. Ist es nach ein paar Tagen nicht weg oder hören Sie auch schlechter, vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarzt- oder HNO-Praxis.
  • Tragen Sie beim nächsten Mal Ohrstöpsel. Auch wenn das Piepen vergeht, kann ein Schaden entstanden sein, den Sie erst später bemerken.

Achtung

Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, haben Sie starke Schmerzen, Fieber, Ausfluss aus dem Ohr oder Schwindel? Wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei plötzlichem Hörverlust zählt die Zeit.

Bei manchen Menschen geht das Piepen nicht mehr weg. Dann spricht man von chronischem Tinnitus. Das kann Schlaf, Konzentration und Stimmung stark beeinträchtigen. Möchten Sie wissen, welches Geräusch Sie hören? Machen Sie den Tinnitus-Test mit echten Geräuschen. Wie Sie verhindern, dass es so weit kommt, lesen Sie in Tinnitus vorbeugen. Und wenn Sie oft ausgehen, lesen Sie auch unsere Tipps zu Ohrstöpseln zum Ausgehen.

Schützen Sie Ihre Ohren mit maßgefertigten Ohrstöpseln

Ohrstöpsel, die Sie nicht einsetzen, schützen nicht. Deshalb dreht sich alles um Komfort: Ohrstöpsel, die bequem sitzen, behalten Sie den ganzen Abend oder Arbeitstag im Ohr. Maßgefertigte Ohrstöpsel schließen gut ab und haben einen Filter, der die Lautstärke senkt, während Sie Musik und Gespräche klar hören. Suchen Sie welche für Konzerte und Festivals, schauen Sie bei Gehörschutz für Musik.

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Häufig gestellte Fragen

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FAQ

Indem Sie Ihre Ohren nicht überlasten. Tragen Sie bei lautem Lärm Gehörschutz, halten Sie Abstand zur Quelle, machen Sie Pausen an einem ruhigen Ort und achten Sie darauf, wie lange Sie im Lärm sind. Als Faustregel gelten 80 dB acht Stunden am Tag als unbedenklich, und jede 3 dB mehr halbieren diese Zeit.

Ein vorübergehendes Piepen oder ein dumpfes Gefühl nach lautem Lärm vergeht meist innerhalb von einigen Stunden bis Tagen. Ein bleibender Gehörschaden lässt sich nicht rückgängig machen: Beschädigte Haarzellen im Innenohr wachsen nicht nach. Ein Hörgerät kann helfen, besser zu hören, gibt Ihnen das ursprüngliche Gehör aber nicht zurück.

Häufige Anzeichen sind Ohrgeräusche oder ein Piepen, ein immer lauter gestellter Fernseher, Mühe mit Gesprächen in vollen Räumen, schlechteres Hören hoher Töne und weniger gutes Richtungshören. Erkennen Sie das bei sich, lassen Sie Ihr Gehör testen.

Gönnen Sie Ihren Ohren Ruhe und meiden Sie in den nächsten Tagen lauten Lärm. Meist verschwindet das Piepen innerhalb von einigen Stunden bis Tagen. Ist es nach ein paar Tagen nicht weg oder hören Sie auch schlechter, gehen Sie in Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis. Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, wenden Sie sich noch am selben Tag an die Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Das Risiko beginnt bei etwa 80 dB, wenn Sie lange darin sind. Bei 100 dB, etwa dem Pegel in einem vollen Club, haben Sie nach rund 5 Minuten Ihre Tagesdosis erreicht. Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 120 bis 130 dB.

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