Am Arbeitsplatz

Gehörschutz in der Kita: Ohrstöpsel für Erzieherinnen und Erzieher

Audinc 9. Apr. 2025 zuletzt aktualisiert 26. Okt. 2026
Gehörschutz in der Kita: Ohrstöpsel für Erzieherinnen und Erzieher

Geschrei, Nachhall und eine volle Gruppe: Auch in der Kita riskieren Sie Hörschäden. Lesen Sie, wie laut es in der Gruppe ist, was Ihr Arbeitgeber tun muss und welche Ohrstöpsel helfen, wenn Sie die Kinder weiterhin hören möchten.

Machen Sie den nächsten Schritt für Ihr Gehör

Bei Hörschäden durch die Arbeit denken Sie wahrscheinlich nicht als Erstes an eine Kita. Doch die DGUV behandelt Lärm in ihrer Information zu den Arbeitsplätzen pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen als eines von vier Hauptthemen, neben Muskel-Skelett-Belastungen, Beleuchtung und Raumklima. Weinende Babys, kreischende Kleinkinder, Bauklötze auf hartem Boden und ein Raum, der hallt: Am Ende des Tages klingt das noch nach.

In diesem Artikel lesen Sie, wie laut es in der Gruppe sein kann, was Ihr Arbeitgeber tun muss und welcher Gehörschutz hilft, wenn Sie die Kinder weiterhin hören möchten.

Kurz gesagt

  • In der Gruppe liegt der Pegel im Schnitt bei rund 70 dB(A), mit lauten Spitzen bei Geschrei, Weinen und freiem Spiel. Je mehr Kinder, desto lauter.
  • Ab 80 dB(A) über den Arbeitstag stellt der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung, ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht.
  • Beginnen Sie beim Lärm selbst: weniger Nachhall, leiseres Spielzeug und feste Zeiten zum Toben.
  • Ein linear dämmender Filter macht alles leiser, aber Sie hören die Kinder und Ihre Kolleginnen und Kollegen ganz normal.

Teams ab 3 Personen · gerne prüfen wir einen Besuch in Ihrer Kita, mit Beratung je Gruppe und Staffelpreisen für Ihr Team.

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Wie laut ist es in der Kita?

In einer schwedischen Studie trugen 101 Beschäftigte aus 17 Kindertagesstätten ein Lärmmessgerät am Körper. Im Durchschnitt kamen sie auf knapp 71 dB(A). Das liegt unter dem unteren Auslösewert von 80 dB(A), aber der Pegel schwankte stark und war umso höher, je mehr Kinder in der Gruppe waren. Das Gehör der Beschäftigten war bei den getesteten Frequenzen schlechter als das einer Vergleichsgruppe ohne Lärm am Arbeitsplatz, und etwa 31 % hatten Ohrgeräusche. Als am störendsten empfanden sie die Stimmen der Kinder (Sjödin u. a., 2012).

Der Durchschnitt sagt also nicht alles. Ein Kind, das direkt neben Ihrem Ohr schreit, eine Gruppe Kleinkinder in einem hallenden Raum oder ein voller Nachmittag im Hort: In solchen Momenten liegt der Pegel weit über dem Durchschnitt. Wie laut es bei Ihnen ist, hängt von der Gruppengröße, dem Raum und dem Alter der Kinder ab.

Ein schneller Test aus der Checkliste zur Lärmbelastung der niederländischen Branchenorganisation Kinderopvang Werkt: Müssen Sie lauter sprechen, damit eine Kollegin oder ein Kollege Sie in einem Meter Abstand versteht? Dann ist das ein Zeichen, dass der Lärm schädlich sein kann, und es ist Zeit herauszufinden, wie laut es genau ist.

Achtung

Hörschäden durch Lärm entstehen schleichend und lassen sich nicht rückgängig machen. Bemerken Sie nach einem Arbeitstag ein Piepen, ein dumpfes Gefühl oder Mühe, in einem vollen Raum etwas zu verstehen, nehmen Sie das ernst. Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Wie lange Sie bei einem bestimmten Pegel unbedenklich arbeiten können, sehen Sie unten. Mit jeweils 3 dB mehr halbiert sich die unbedenkliche Zeit.

Rechner · Lärmdosis

Wie lange ist dieser Lärm für Ihre Ohren unbedenklich?

Wählen Sie eine Situation oder stellen Sie Pegel und Dauer selbst ein.

Unbedenklich ohne Gehörschutzmehr als 8 Stunden
Ihre Tagesdosis nach 8 Stunden100%
Ohne Gehörschutz 100%
Mit einem Filter mit SNR 19 1%
Mit einem starken Filter (SNR 31) 0%
Am Arbeitsplatz (LärmVibrationsArbSchV)

Tages-Lärmexpositionspegel: 80 dB(A)

Ab 80 dB(A): Ihr Arbeitgeber muss Ihnen Gehörschutz zur Verfügung stellen, Sie unterweisen und eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten.

Lärmmessung anfragen

Schätzung nach der Faustregel 80 dB(A) über 8 Stunden, wobei sich die Zeit mit jedem Plus von 3 dB halbiert. Der SNR ist ein Laborwert: Wie stark Ihr Gehörschutz in der Praxis dämpft, hängt davon ab, wie gut er abdichtet. Ersetzt keine Messung.

Was muss Ihr Arbeitgeber tun?

Auch in der Kita gilt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Der Arbeitgeber, also der Träger der Einrichtung, muss in der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob Lärm eine Gefährdung darstellt. Kann der Lärm 80 dB(A) erreichen, muss er ermittelt und bei Bedarf gemessen werden.

  • Ab 80 dB(A) stellt der Arbeitgeber geeigneten Gehörschutz zur Verfügung, der Ihnen individuell passt, unterweist Sie über die Risiken und muss Ihnen eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten.
  • Ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht, der Arbeitgeber stellt ein Programm zur Lärmminderung auf, und die arbeitsmedizinische Vorsorge ist Pflicht.
  • 85 dB(A) am Ohr, also mit Gehörschutz, ist der maximal zulässige Expositionswert. Darüber darf es nie liegen.

Das steht in § 6 und § 8 der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, in § 2 der PSA-Benutzungsverordnung und im Anhang der ArbMedVV (Teil 3). Gibt es einen Betriebs- oder Personalrat, bestimmt er bei Maßnahmen zum Gesundheitsschutz mit, und dazu kann auch die Wahl des Gehörschutzes gehören (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG).

Bleibt der Lärm unter 80 dB(A), gibt es keine Pflicht. Nach Einschätzung der DGUV ist der Lärm in Kitas meist nicht so hoch, dass zwangsläufig eine Lärmschwerhörigkeit entsteht; im Vordergrund stehen Stress, Erschöpfung und eine schlechtere Sprachverständlichkeit. Gehörschutz kann dann trotzdem angenehm sein, etwa wenn ein Tag im Trubel Sie erschöpft oder wenn Sie schon Ohrgeräusche haben. Mehr zu den Regeln, etwa wer was bezahlt, lesen Sie in Wann ist Gehörschutz Pflicht?.

Zuerst der Lärm selbst: Was hilft in der Gruppe?

Auch das Gesetz sagt: zuerst den Lärm angehen, erst dann Gehörschutz (§ 7). In der Kita lässt sich im Raum und im Tagesablauf viel erreichen. Die DGUV Information 202-106 nennt unter anderem:

  • Weniger Nachhall. Für Räume in Bildungseinrichtungen nennt die DGUV eine Soll-Nachhallzeit nach der ASR A3.7 „Lärm“, die von der Raumgröße abhängt: In einem üblichen Gruppenraum ist das rund eine halbe Sekunde. Schallabsorbierende Flächen an Decke und Wänden helfen, zum Beispiel eine Akustikdecke.
  • Leiseres Spielzeug. Spielteppiche, Spielfahrzeuge mit Gummireifen, schalldämpfende Unterlagen und Gleiter unter Tischen und Stühlen nehmen viel Lärm weg.
  • Rhythmus im Tag. Trennen Sie Bewegungs- und Ruhephasen, und verlegen Sie laute Spielphasen nach draußen oder in einen eigenen Raum.
  • Selbst ein gutes Vorbild sein. Sprechen Sie ruhig und nicht zu laut, und lassen Sie ein Kind zu sich kommen, wenn es Ihnen etwas erzählen möchte. Ruhezeichen wie ein Handzeichen oder eine Lärmampel helfen dabei.
  • Geräusche von außerhalb der Gruppe. Schiebewände zwischen Gruppen halten wenig Schall ab. Schalten Sie Radio und Musik aus, wenn sie nicht zur Aktivität gehören, und telefonieren Sie nicht in der Gruppe.

Das macht wirklich einen Unterschied, aber eine Gruppe Kleinkinder bleibt eine Gruppe Kleinkinder. Gehörschutz ist dann eine Ergänzung, vor allem in den lautesten Momenten des Tages.

Hören Sie die Kinder mit Ohrstöpseln noch?

Das ist die größte Sorge, und das zu Recht: Sie möchten ein Kind, das leise spricht, oder ein Baby, das aufwacht, nicht überhören. Ein Ohrstöpsel, der alles abschottet, ist in der Kita also keine gute Idee. Einwegstöpsel aus Schaumstoff dämmen oft mehr als nötig und vor allem die hohen Töne, sodass Stimmen dumpf klingen.

Mit einem leichten Filter, der recht linear dämmt, hören Sie die Kinder sehr wohl. Der Pure Tones Work dämmt tiefe, mittlere und hohe Töne fast gleich stark. Stimmen klingen dadurch natürlich, nur leiser, während Geschrei und Nachhall weniger laut ankommen. So sieht es auch die DGUV: Sind die übrigen Maßnahmen ausgeschöpft und gibt es persönliche Gründe, etwa eine besondere Lärmempfindlichkeit, kann Gehörschutz in lauten Phasen ergänzend helfen. Er darf aber nicht zu Lasten der pädagogischen Arbeit gehen. Welcher geeignet ist, besprechen Sie am besten auch mit Ihrer Betriebsärztin oder Ihrem Betriebsarzt.

In der Gruppe

Mit dem mittleren Filter (SNR 16 dB) nehmen Sie Geschrei und Nachhall die Schärfe und verstehen die Gruppe und Ihre Kolleginnen und Kollegen gut. Für Gehörschutz bei der Arbeit ist das der leichteste Filter: Der allerleichteste (SNR 10 dB) liegt unter der Grenze für die CE-Zertifizierung.

Volle Gruppe oder Turnhalle

Arbeiten Sie in einem großen, hallenden Raum oder gehen Sie mit dem Hort in die Turnhalle, kann ein stärkerer Filter (SNR 19 oder 23 dB) angenehmer sein. Mit dem Click-Filter schließen Sie ihn vorübergehend bis SNR 28 dB.

Sie wissen noch nicht, welcher Filter passt? In den ersten 3 Monaten nach der Lieferung tauschen Sie ihn kostenlos gegen eine leichtere oder stärkere Variante. Der Pure Tones Work ist aus weichem Silikon mit antiallergischer Beschichtung und sitzt auch nach einem ganzen Arbeitstag noch bequem. Einzelpreis: 131,40 € pro Person zzgl. MwSt.; für Gruppen arbeiten wir mit Staffelpreisen.

Zwei praktische Tipps. Bewahren Sie Ihre Ohrstöpsel nach dem Gebrauch im Etui und außer Reichweite der Kinder auf, denn es sind Kleinteile. Und reinigen Sie sie regelmäßig mit lauwarmem Wasser; wie das geht, lesen Sie in Ohrstöpsel reinigen.

Sind Sie selbst schnell von Geräuschen reizüberflutet? Dann helfen Ohrstöpsel auch außerhalb der Arbeit. Mehr dazu auf unserer Seite über Ohrstöpsel gegen Reizüberflutung.

Ohrabdrücke für Ihr Team

Für Teams ab 3 Personen prüfen wir gerne einen Besuch in Ihrer Kita – sprechen Sie uns an. Dabei nehmen wir von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter einen Abdruck des Ohrs und beraten je Gruppe, welcher Filter passt. Danach fertigen wir die Ohrstöpsel in 15 Arbeitstagen. Bei der Auslieferung vor Ort messen wir mit einem Audiotest, wie stark die Ohrstöpsel bei jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter wirklich dämmen. Das passt zur DGUV Regel 112-194, die für Gehörschutz-Otoplastiken eine Funktionskontrolle bei der Auslieferung und danach spätestens alle drei Jahre verlangt.

Möchten Sie zuerst wissen, wie laut es wirklich ist? Mit einer Geräuschmessung erfassen wir den Lärm je Gruppe. Das lässt sich mit Hörtests vor Ort und einer Unterweisung kombinieren, in der das Team lernt, warum und wie es sein Gehör schützt. Geht es um eine oder zwei Personen, lassen Sie die Ohrabdrücke bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe anfertigen und schicken sie uns zu; diese Kosten sind nicht im Preis enthalten. So bestellen Sie ohne Filiale in Ihrer Nähe.

Sie haben 6 Monate Komfortgarantie: Sitzen die Ohrstöpsel nicht bequem, passen wir sie an. Alle Optionen für die Arbeit finden Sie unter Gehörschutz für die Arbeit.

Arbeiten Sie an einer Schule? Dann lesen Sie unseren Artikel über Gehörschutz für Lehrkräfte und Sportlehrer. In unserer Übersicht der Berufe mit hohem Risiko für Hörschäden sehen Sie, wie die Kita im Vergleich zu anderen Branchen abschneidet.

Teams ab 3 PersonenGehörschutz für Ihr TeamNennen Sie uns die Anzahl der Beschäftigten und den Standort Ihrer Einrichtung. Sie erhalten ein Angebot mit Beratung je Gruppe und Staffelpreisen. Angebot anfordern

Quellen

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Noch eine Frage? Wir sind ganz Ohr.

Häufig gestellte Fragen

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FAQ

Das hängt vom Lärm über den Arbeitstag ab. Liegt er über 80 dB(A), muss der Arbeitgeber geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen und die Beschäftigten unterweisen. Ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht. Mit Gehörschutz dürfen am Ohr höchstens 85 dB(A) ankommen. Das steht in der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, § 6 und § 8. Ob Ihre Gruppe diese Grenze erreicht, zeigt eine Geräuschmessung.

Ja, wenn Sie einen leichten Filter wählen, der recht linear dämmt. Ein solcher Filter macht tiefe, mittlere und hohe Töne fast gleich stark leiser. Stimmen klingen dadurch natürlich, nur weniger laut, und Sie verstehen die Kinder und Ihre Kolleginnen und Kollegen ganz normal. Geschrei und Nachhall kommen weniger laut an.

In einer schwedischen Studie mit 101 Beschäftigten aus 17 Kindertagesstätten lag die durchschnittliche Belastung bei rund 71 dB(A), mit großen Ausreißern. Je mehr Kinder in der Gruppe waren, desto lauter war es. Etwa 31 % der Beschäftigten hatten Ohrgeräusche. Wie laut es bei Ihnen ist, hängt von der Gruppengröße, dem Raum und dem Alter der Kinder ab.

Maßgefertigte Ohrstöpsel mit einem linear dämmenden Filter, etwa der Pure Tones Work. Mit dem mittleren Filter (SNR 16 dB) nehmen Sie Geschrei und Nachhall die Schärfe und können der Gruppe gut folgen. Passt der Filter doch nicht, tauschen Sie ihn in den ersten 3 Monaten kostenlos gegen eine leichtere oder stärkere Variante.

Für Teams ab 3 Personen prüfen wir gerne einen Besuch vor Ort. Danach fertigen wir die Ohrstöpsel in 15 Arbeitstagen. Bei kleineren Stückzahlen lassen Sie die Ohrabdrücke bei einem Hörakustiker anfertigen und schicken sie uns zu. Sie haben 6 Monate Komfortgarantie: Sitzen die Ohrstöpsel nicht bequem, passen wir sie an.

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