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Tinnitus & Ohrgeräusche: Ursachen und Schutz

Audinc 10. März 2015
Tinnitus & Ohrgeräusche: Ursachen und Schutz

Neben Hörverlust kann auch Tinnitus (Ohrgeräusche) erhebliche Beschwerden verursachen. In diesem Blog erfährst du, was diese Erkrankung genau ist.

Mach den nächsten Schritt für dein Gehör

Tinnitus und Ohrgeräusche

Wer als Kind am Strand eine große Muschel fand, war gleich doppelt glücklich. Man hatte nicht nur ein wunderschönes Exemplar für die Sammlung, sondern konnte darin auch das Rauschen des Meeres hören. Wann immer man wollte, konnte man sich an den Strand träumen. Leider erleben viele Erwachsene täglich ein Rauschen in den Ohren, ohne auch nur die kleinste Muschel in der Hand zu halten. Sie haben „Tinnitus”.

Während wir als Kind das Geräusch des Meeres erst hervorrufen mussten, indem wir die Muschel ans Ohr hielten, müssen Tinnitus-Patienten nichts Besonderes tun, um Geräusche zu hören, die gar nicht vorhanden sind. Sie hören sogenannte „Phantomgeräusche”. Das Rauschen, Summen, Piepen, Brummen oder Pfeifen ist dauerhaft oder mit Unterbrechungen vorhanden. Die Geräusche können nur sporadisch auftreten, aber auch alles überlagern. Stell dir einmal vor, du würdest täglich stundenlang ein durchdringendes Brummen hören! Würdest du davon nicht verrückt werden?

Über die genaue Ursache von Tinnitus ist noch nicht viel bekannt. Klar ist allerdings, dass viele Patienten mit Ohrgeräuschen zu viel Lärm ausgesetzt waren, etwa auf Musikveranstaltungen oder am Arbeitsplatz. Menschen, die Maschinen bedienen oder mit Impulslärm (kurzen, lauten Geräuschen wie Explosionen) zu tun haben, tragen das größte Risiko. Aber auch Lehrkräfte, die Sportunterricht oder technische Fächer geben, sind gefährdet.

Darüber hinaus kann Tinnitus bei Menschen auftreten, die Anomalien im Innenohr, an den Hörnerven, am Kiefer oder an den Blutgefäßen im Kopf haben. Auch ein hoher Blutdruck, ein Unfall oder Stress können Tinnitus verursachen. Häufig geht Ohrensausen mit einer Hörschädigung einher. Schätzungen zufolge leidet in den Niederlanden eine Million Menschen unter Ohrgeräuschen bzw. Tinnitus.

Leider gibt es bislang weder eine Behandlung noch ein Medikament gegen Ohrgeräusche. Bei bestimmten Ursachen kann sich die Erkrankung durch eine Behandlung abschwächen. Doch die allermeisten Menschen müssen lernen, sich an ein Leben zu gewöhnen, das nie mehr „still” ist. Das störende Geräusch, das sie hören, wird wahrscheinlich nie wieder verschwinden.

Und das ist eine unangenehme Erkenntnis, wenn man bedenkt, welche Folgen dies im Alltag haben kann: Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Angst, Depression und Reizbarkeit. Man kann sich vorstellen, dass viele Menschen mit Tinnitus verzweifelt sind.

Das bedeutet, dass es äußerst wichtig ist, Tinnitus wo immer möglich vorzubeugen. Und obwohl wir natürlich wenig Einfluss auf Anomalien im Körper oder darauf haben, in einen Unfall verwickelt zu werden, können wir im Fall von Hörschäden sehr wohl etwas tun! Dein Gehör ist unersetzlich, und deshalb solltest du schon in jungen Jahren sorgsam damit umgehen. Untersuchungen zeigen, dass sich 70 % der Jugendlichen, die House-Partys besuchen, keine Gedanken über das „Piepen” in den Ohren danach machen. Dabei kann eine kurze oder längere Aussetzung gegenüber lauten Geräuschen zu bleibenden Hörschäden und damit zu Tinnitus führen!

Das Tragen von maßgefertigtem Gehörschutz ist eine bewusste Entscheidung aller, die sorgsam mit ihrem Gehör umgehen. Heutzutage gibt es speziellen Gehörschutz auf dem Markt, der die schädlichen Geräusche herausfiltert, die Musik aber durchlässt. So erlebst du die laute Veranstaltung auf dieselbe Weise, aber gesund. Für jetzt und für später. Und so kannst du auch als Großeltern noch immer das Meer in einer Muschel rauschen hören …

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