Ab wie viel Dezibel ist Lärm schädlich?
Geräusche ab 80 Dezibel können das Gehör schädigen. Wann Lärm genau zu laut wird und wie viel Dezibel schädlich sind, erfahren Sie hier.
Mach den nächsten Schritt für dein Gehör
Jeder von uns ist täglich von Geräuschen umgeben. Aber wann gilt dieser Schall eigentlich als „Lärm” und wann wird er wirklich schädlich für das Gehör? In diesem Artikel gehen wir auf den Arbeitsschutz- und den Freizeitrichtwert in Sachen Lärm ein, ab wie viel Dezibel es für die Ohren gefährlich wird und was Sie selbst tun können, um Gehörschäden am Arbeitsplatz vorzubeugen.
Wann sind Geräusche schädlich?
Wenn Sie über längere Zeit zu lauten Geräuschen ausgesetzt sind, besteht die Gefahr, dass sich dies negativ auf Ihr Gehör auswirkt. Doch wann genau ist das der Fall und wie wird das berechnet?
Ob Schall das Gehör belastet, hängt von der Dauer der Belastung und von der Lautstärke des Geräusches ab. Ab wie viel Dezibel wird es unangenehm? Geräusche über 80 Dezibel können bei längerer Einwirkung bereits Gehörschäden verursachen. Übersteigt der Lärm 100 Dezibel, kann schon eine kurze Belastung das Gehör schädigen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Konzerte mit lauter Musik, schwere Maschinen oder kurzzeitig auftretende laute Geräusche schnell ein enormes Risiko mit sich bringen. In solchen Fällen empfiehlt es sich grundsätzlich, maßgefertigte Ohrstöpsel zu tragen, um das Gehör bestmöglich zu schützen.
Diese lauten Geräusche können die Haarzellen im Innenohr beschädigen. Die Folge sind Gehörschäden. Dadurch kann nicht nur die Qualität Ihres Gehörs nachlassen, es können auch andere Hörerkrankungen entstehen. Dazu gehört etwa Tinnitus, eine Erkrankung des Gehörs, bei der man einen Pfeifton im Ohr wahrnimmt. Dieser Pfeifton kann vorübergehend sein, in manchen Fällen ist Tinnitus jedoch sogar ein chronisches Leiden.
Was ist die dB(A)-Skala?
Dezibel werden anhand der dB(A)-Skala berechnet. Was genau verbirgt sich hinter dieser Skala und wie ermittelt sie die Anzahl der Dezibel korrekt? Die dB(A)-Skala ist deshalb besonders, weil sie die Lautstärke so misst, wie das menschliche Ohr Geräusche tatsächlich wahrnimmt, und nicht allein nach dem reinen Schalldruck. Da unser Gehör für bestimmte Frequenzen empfindlicher ist, gewichtet die dB(A)-Skala Geräusche zwischen 500 und 6000 Hz stärker, also den Bereich, in dem das Ohr am empfindlichsten ist. So können Menschen tiefere Töne besser hören und besser ertragen als höhere Töne.
Höhere Töne werden vom menschlichen Ohr oft als laut und/oder schmerzhaft empfunden. Diese Skala ist wichtig für die Beurteilung, wie schädlich Geräusche für das Gehör sind. Das Besondere daran ist, dass die Skala nicht linear verläuft. Das bedeutet, dass ein Geräusch von 120 Dezibel nicht etwa doppelt so laut ist wie eines von 60 Dezibel. Diese Skala berücksichtigt sowohl die Lautstärke des Geräusches als auch dessen Wirkung auf das Gehör, wobei höhere Geräusche als lauter empfunden werden als tiefere. So kann ein schrilles Alarmsignal auf dieser Skala deutlich höher ausschlagen als tiefe, laute Maschinengeräusche.
Beispiele für Dezibelwerte
Es lassen sich daher verschiedene Dezibelwerte unterscheiden. Schon beim Sprechen gibt es Unterschiede in den Dezibelwerten.
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Ein Gespräch: Ein normales Gespräch hat im Durchschnitt einen Wert von 60 Dezibel. Das ist genauso laut wie das Quaken von Fröschen.
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Flüstern: Flüstern erreicht nur etwa 30 Dezibel. Das ist gerade einmal 10 Dezibel lauter als das Rascheln von Blättern.
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Ein weinendes Kind: kann genauso viele Dezibel, nämlich 80 Dezibel, erzeugen wie ein laut vorbeifahrender Motorroller.
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Diskothek: Im Durchschnitt liegt der Geräuschpegel in einer Diskothek bei rund 110 Dezibel. Das ist vergleichbar mit einem Presslufthammer.
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Musik hören: Über Kopfhörer kann das Musikhören schädlich sein. Die Anzahl der Dezibel steigt dabei deutlich an. Ab wie viel Dezibel Kopfhörer schädlich sind? Schon ab 85 Dezibel.
Alles ab 130 Dezibel und mehr kann tatsächlich als schmerzhaft für das Ohr empfunden werden. Dabei können Sie an den Lärm eines startenden Flugzeugtriebwerks denken. Oder an einen Gewehrschuss, der sogar über 140 Dezibel hinausgehen kann. Selbst eine einmalige Belastung durch solche Geräusche kann Gehörschäden verursachen.
Gesetzlich zulässiger Dezibelpegel am Arbeitsplatz
Ab wie viel Dezibel Lärm in der Praxis als störend empfunden wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Das Risiko von Gehörschäden durch zu laute Geräusche steigt nicht nur mit der Anzahl der Dezibel, sondern auch damit, wie lange man dem jeweiligen Geräusch ausgesetzt ist. Glücklicherweise gibt es Richtwerte, mit denen sich feststellen lässt, ab wie viel Dezibel Lärm schädlich ist. Für ein angenehmes und sicheres Arbeitsumfeld ist es wichtig, dass diese Richtwerte berücksichtigt werden.
Gemäß den Arbeitsschutzvorgaben darf ein Arbeitnehmer höchstens 8 Stunden pro Tag einem Pegel von 80 Dezibel ausgesetzt sein. Pro drei Dezibel mehr halbiert sich die zulässige Stundenzahl. Außerdem ist bei einer Belastung von 85 Dezibel oder mehr das Tragen von Gehörschutz vorgeschrieben. Das verringert das Risiko von Schäden durch Lärmbelastung am Arbeitsplatz. Dafür gibt es spezielle Ohrstöpsel für die Arbeit oder, im Fall des Baugewerbes, auch eigens entwickelten Gehörschutz für den Bau.
Gerade im Baugewerbe und in der Gastronomie ist es wichtig, dass diese Höchstgrenzen eingehalten werden. Steigt der Geräuschpegel am Arbeitsplatz über 87 Dezibel, ist Ihr Arbeitgeber sogar verpflichtet, diesen Lärmpegel zu senken.
Als Arbeitnehmer haben Sie zudem das Recht, für Ihren Arbeitsplatz Lärmmessungen zu beantragen, um zu prüfen, ob die zulässige Anzahl an Dezibel überschritten wird.
Arbeitsschutz- / Freizeitrichtwert
Die Festlegung eines sicheren Geräuschpegels hängt also vom Kontext ab, in dem das Geräusch entsteht. Neben dem Arbeitsschutzrichtwert gibt es auch den Freizeitrichtwert. Am Arbeitsplatz gilt der Arbeitsschutzrichtwert, in der Freizeit der Freizeitrichtwert.
Der Arbeitsschutzrichtwert ist strenger und geht von 80 Dezibel für 8 Stunden pro Tag aus. Bei jeweils drei zusätzlichen Dezibel halbiert sich die zulässige Belastungsdauer. So dürfen Sie höchstens 4 Stunden pro Tag einem Pegel von 83 Dezibel ausgesetzt sein. Werden Sie am Arbeitsplatz 86 Dezibel ausgesetzt, sind nur noch 2 Stunden zulässig. Dieser Arbeitsschutzrichtwert ist wichtig für die Sicherheit der Arbeitnehmer. Anhand dieses Richtwerts können Arbeitnehmer sogar Schadensersatz fordern oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes durchsetzen.
Der Freizeitrichtwert ist etwas großzügiger bemessen. Das liegt daran, dass man davon ausgeht, dass man hier weniger Stunden pro Tag davon „betroffen” ist. So gehen Sie zum Beispiel nicht 8 Stunden lang auf ein Konzert, sondern sind im Freizeitbereich nur einige Stunden diesem lauteren Geräusch ausgesetzt. Der Freizeitrichtwert beginnt deshalb erst bei 88 Dezibel. Auch hierfür gilt eine ansteigende Formel aus Belastungsdauer und zunehmenden Dezibel.
Leiden Sie unter Lärmbelästigung? Hier finden Sie weitere Tipps gegen Gehörschäden und wie Sie schmerzenden Ohren vorbeugen können.