Ohrstöpsel zum Ausgehen: Gehörschutz im Nachtleben
Warum Sie nach dem Ausgehen ein Piepen im Ohr hören, wie lange es anhält, wann Sie zum Arzt sollten und welche Ohrstöpsel Sie im Club wirklich schützen.
Machen Sie den nächsten Schritt für Ihr Gehör
Sie kommen um vier Uhr nach Hause, in der Wohnung ist es still, und dann hören Sie es: ein hohes Piepen, das den ganzen Abend nicht da war. Fast jeder, der ausgeht, kennt dieses Geräusch. Am nächsten Morgen ist es meist weg, deshalb wirkt es harmlos. Trotzdem ist es genau das Signal, das Sie ernst nehmen sollten.
In diesem Artikel lesen Sie, wie lange ein solches Piepen meist anhält, wann Sie besser zum Arzt gehen, wie laut es in einem Club wirklich ist und welche Ohrstöpsel Sie im Nachtleben schützen, ohne dass Sie Ihre Freunde nicht mehr verstehen.
Kurz gesagt
- Ein Piepen nach dem Ausgehen klingt meist innerhalb von ein paar Stunden bis zu einem Tag ab.
- Ist es nach 24 bis 48 Stunden noch da, gehen Sie in Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis. Plötzlich deutlich schlechteres Hören, starke Schmerzen oder Schwindel: noch am selben Tag.
- In einem Club liegt der Pegel oft um 100 dB. Dann ist Ihre sichere Tagesdosis nach etwa 5 Minuten erreicht.
- Ohrstöpsel mit Musikfilter senken die Lautstärke, Musik und Gespräche bleiben verständlich.
Wie lange hält ein Piepen im Ohr nach dem Ausgehen an?
Meist ein paar Stunden bis zu einem Tag. Das Piepen ist die Folge einer vorübergehenden Überlastung: Ihre Ohren haben zu viel Schall abbekommen und hören eine Zeit lang schlechter. In der Stille des Schlafzimmers fällt das Rauschen dann besonders auf. Nach einer Nacht Schlaf ist es bei den meisten Menschen verschwunden.
Wie lange es genau dauert, hängt davon ab, wie laut es war, wie lange Sie dort standen und wie empfindlich Ihre Ohren sind. Ist das Piepen nach 24 bis 48 Stunden noch nicht weg oder kommt es nach jedem Clubabend wieder? Dann vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarzt- oder HNO-Praxis. Warten Sie nicht ab, bis es von selbst vergeht: Je früher sich jemand Ihre Ohren ansieht, desto besser.
Achtung
Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, haben Sie starke Schmerzen, Fieber, Ausfluss aus dem Ohr oder Schwindel? Wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Solange das Piepen anhält, hilft es, Ihren Ohren Ruhe zu gönnen. Gehen Sie am nächsten Tag nicht wieder in laute Umgebungen und stellen Sie Ihre Kopfhörer leise oder lassen Sie sie eine Weile weg. Ein leises Hintergrundgeräusch, etwa ruhige Musik oder ein Ventilator, macht das Rauschen beim Einschlafen weniger aufdringlich.
Was ist dieses Piepen eigentlich?
Das Piepen nach einem Abend im Club heißt Tinnitus, auch Ohrgeräusche genannt: Sie hören ein Geräusch, das nicht von außen kommt. Das kann ein Piepen sein, ein Pfeifton, ein Summen oder ein Rauschen. Bei den meisten Menschen ist es nach dem Ausgehen vorübergehend.
Tief im Innenohr, in der Hörschnecke, wandeln Haarzellen Schwingungen in Signale für das Gehirn um. Laute Geräusche überlasten diese Haarzellen und die Nervenverbindungen dahinter. Einmal erholt sich das meist, aber beschädigte Haarzellen wachsen nicht nach. Wer seine Ohren immer wieder bis an diesen Punkt bringt, riskiert bleibenden Hörverlust oder einen Tinnitus, der nicht mehr verschwindet. Oft beginnt es bei den hohen Tönen, und das fällt lange nicht auf: Gespräche verstehen Sie gut, bis Sie ihnen in einem vollen Raum plötzlich nicht mehr folgen können.
Laute Geräusche sind die bekannteste Ursache für Ohrgeräusche, aber nicht die einzige. Auch Stress, Müdigkeit, eine Ohrenentzündung oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. Mehr Hintergrund finden Sie auf unserer Seite über Tinnitus und Ohrgeräusche und wie Sie vorbeugen, in Tinnitus vorbeugen.
Wie laut ist es in einem Club?
Eine verbreitete Faustregel setzt 80 dB(A) über 8 Stunden als sichere Tagesdosis an. Alle 3 dB mehr halbieren diese Zeit: Bei 89 dB ist es noch eine Stunde, bei 95 dB eine Viertelstunde. In Clubs und bei Konzerten liegt der Pegel oft um 100 dB, und dort ist Ihre Tagesdosis nach etwa 5 Minuten erreicht. Ein Abend im Club dauert schnell vier bis sechs Stunden.
Das Tückische: Auf der Tanzfläche merken Sie davon nichts. Laute Musik tut nicht weh, sie wirkt höchstens beeindruckend. Der Schaden entsteht leise, und die Folgen zeigen sich oft erst Jahre später in einem Hörtest.
„Ich bin das gewohnt“ ist genau die Gefahr
Viele, die oft ausgehen, sagen irgendwann, dass sie das Piepen kaum noch hören oder dass laute Musik sie nicht mehr stört. Das klingt nach Gewöhnung, kann aber auch bedeuten, dass Ihr Gehör bereits weniger empfindlich geworden ist.
Solange Sie noch die Wahl haben, helfen ein paar einfache Dinge. Stellen Sie sich nicht direkt neben die Lautsprecher; ein paar Meter weiter machen schnell mehrere Dezibel aus. Und gönnen Sie Ihren Ohren Pausen: Eine Viertelstunde draußen oder an der Garderobe verschafft ihnen kurz Ruhe. Feiern Sie mehrere Tage am Stück, lesen Sie auch unsere Tipps für Karneval und für einen langen Festivaltag.
Rechner · Lärmdosis
Wie lange ist dieser Lärm für Ihre Ohren unbedenklich?
Wählen Sie eine Situation oder stellen Sie Pegel und Dauer selbst ein.
100 % ist Ihre volle Tagesdosis, 3× bedeutet dreimal so viel. Liegen Sie über 100 %, riskieren Sie einen bleibenden Gehörschaden.
Schätzung nach der Faustregel 80 dB(A) über 8 Stunden, wobei sich die Zeit mit jedem Plus von 3 dB halbiert. Der SNR ist ein Laborwert: Wie stark Ihr Gehörschutz in der Praxis dämpft, hängt davon ab, wie gut er abdichtet. Ersetzt keine Messung.
Welche Ohrstöpsel eignen sich zum Ausgehen?
Schaumstoffstöpsel sind besser als nichts, aber im Club funktionieren sie schlecht. Sie werden oft nicht tief genug eingesetzt und dämpfen dann kaum. Sitzen sie richtig, klingt die Musik dumpf und Sie verstehen niemanden mehr. Genau deshalb nehmen viele sie wieder heraus.
Was Sie im Club brauchen, ist ein Musikfilter: Er senkt die Lautstärke, während Sie die Musik und die Menschen um sich herum weiter hören. Universelle Filterstöpsel aus der Drogerie sind ein guter Anfang, wenn Sie ein paar Mal im Jahr ausgehen. Gehen Sie öfter aus, ist ein maßgefertigter Ohrstöpsel angenehmer: Er wird nach einem Abdruck Ihres Ohrs gefertigt, schließt rundum ab, fällt beim Tanzen nicht heraus und ist kaum zu sehen. Alle Möglichkeiten im Überblick finden Sie bei unseren Ohrstöpseln fürs Ausgehen und für Festivals.
Bei Audinc fertigen wir zwei Arten von maßgefertigten Musik-Ohrstöpseln:
Custom Music · SNR 17–31 dB
Ein nichtlinearer Röhrchenfilter, der die hohen Töne etwas stärker dämpft, sodass die Musik etwas wärmer klingt. Es gibt stärkere Filter, mit dem Click-Filter erreichen Sie bis zu 34 dB. Sie wählen selbst zwischen weichem Silikon und hartem Acrylat. Zum Custom Music
Custom Pure Tones · SNR 10–23 dB
Ein linearer Filter, der tiefe, mittlere und hohe Töne fast gleich stark dämpft. Die Musik klingt so, wie sie gemeint ist, nur leiser. Mit dem Click-Upgrade erreichen Sie bis zu 28 dB. Zum Pure Tones
Wählen Sie nicht automatisch den stärksten Filter. Für einen Abend im Club reicht oft ein mittlerer Filter; zu viel Dämpfung führt vor allem dazu, dass Sie die Stöpsel herausnehmen. Nach Ihren Clubnächten halten Sie sie am einfachsten mit den Tipps aus Ohrstöpsel reinigen sauber.
Jede Woche dabei? DJs, Bar und Security
Für Gäste geht es um ein paar Abende im Monat. Wer im Nachtleben arbeitet, sammelt die Belastung jede Woche. DJs, Techniker, Barpersonal und Security stehen regelmäßig in Pegeln um 100 dB und müssen Kollegen und Gäste trotzdem verstehen.
Für diese Gruppe sind Ohrstöpsel mit Musikfilter Grundausstattung. Das Material ist für den täglichen Gebrauch gemacht und hält bei guter Pflege jahrelang. Für Beschäftigte gilt außerdem die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung: Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen, ab 85 dB(A) muss er getragen werden. Arbeitgeber in der Gastronomie finden mehr Informationen bei Gehörschutz für die Arbeit.
Damit das Piepen wegbleibt
Wir fertigen Ihre Ohrstöpsel in unserem eigenen 3D-Labor in Eindhoven, mit einer Produktionszeit von 15 Arbeitstagen (Express möglich), mindestens 2 Jahren Garantie und einer Komfortgarantie von 6 Monaten: Sitzen sie nicht gut, passen wir sie an. In Deutschland haben wir keine eigene Filiale. Sie lassen Ihre Ohrabdrücke bei einem Hörakustiker anfertigen und schicken sie uns zu. Wie das genau geht, lesen Sie in So bestellen Sie ohne Filiale in Ihrer Nähe.
MaßgefertigtOhrstöpsel für den Club, nach MaßWir beraten Sie, welcher Filter zu Ihren Abenden passt, und erklären, wie Sie uns Ihre Ohrabdrücke schicken. Kontakt aufnehmen
Noch eine Frage? Wir sind ganz Ohr.
Häufig gestellte Fragen
Mehr lesenFAQ
Meist ein paar Stunden bis zu einem Tag. Ist das Piepen nach 24 bis 48 Stunden nicht verschwunden oder kommt es nach jedem Clubabend wieder, vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarzt- oder HNO-Praxis. Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, haben Sie starke Schmerzen oder ist Ihnen schwindlig, wenden Sie sich noch am selben Tag an die Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Das Piepen ist eine Warnung: Ihre Ohren haben zu viel Schall abbekommen. Meist erholt sich das Gehör wieder, aber jedes Mal, wenn Sie Ihre Ohren bis an diesen Punkt bringen, steigt das Risiko für bleibende Schäden und einen dauerhaften Tinnitus. Lärmschäden im Innenohr lassen sich nicht reparieren.
Ohrstöpsel mit Musikfilter. Der Filter senkt die Lautstärke, während Sie Musik und Stimmen weiter hören. Ein linearer Filter wie im Custom Pure Tones dämpft alle Töne fast gleich stark und klingt am natürlichsten. Der Röhrchenfilter des Custom Music dämpft die hohen Töne etwas mehr und ist auch in stärkeren Ausführungen erhältlich.
Ja. Mit einem Musikfilter wird die Musik leiser, und dadurch müssen Sie und Ihre Freunde weniger laut sprechen. Viele merken, dass ein Gespräch an der Bar mit Ohrstöpseln sogar leichter fällt.
Sie sind besser als nichts. Schaumstoffstöpsel werden aber oft nicht richtig eingesetzt, dämpfen dann kaum und lassen die Musik dumpf klingen. Deshalb nehmen viele sie mitten am Abend wieder heraus, genau dann, wenn es am lautesten ist.