Am Arbeitsplatz

Gehörschutz für Lehrkräfte und Sportlehrer

Audinc 3. Feb. 2015 zuletzt aktualisiert 25. Okt. 2026
Gehörschutz für Lehrkräfte und Sportlehrer

Lärm im Klassenzimmer, eine hallende Sporthalle oder ein Technikraum: Auch Lehrkräfte riskieren Hörschäden. Lesen Sie, wie laut es je Situation ist, was die Schule tun muss und welche Ohrstöpsel helfen.

Machen Sie den nächsten Schritt für Ihr Gehör

Bei Hörschäden durch die Arbeit denken Sie wahrscheinlich an den Bau oder eine Diskothek. Doch auch viele Lehrkräfte sind gefährdet. Ein volles Klassenzimmer, eine hallende Sporthalle oder ein Technikraum mit Schleifmaschinen: Der Pegel steigt dort oft höher, als man erwartet. Und weil Sie Ihre Stimme den ganzen Tag einsetzen, um dagegen anzukommen, spüren Sie das am Ende des Tages.

In diesem Artikel lesen Sie, wie laut es je Situation ist, was die Schule als Arbeitgeber tun muss und welcher Gehörschutz hilft, wenn Sie Ihre Schülerinnen und Schüler weiterhin verstehen möchten.

Teams ab 3 Personen · gerne prüfen wir einen Besuch an Ihrer Schule, mit Beratung je Funktion und Staffelpreisen für Gruppen.

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Im Klassenzimmer

In einem normalen Klassenzimmer liegt der Pegel bei etwa 75 dB, mit Ausreißern in lebhaften Momenten, bei Gruppenarbeit oder zu Beginn und Ende der Stunde. Das liegt meist unter der Grenze, ab der Hörschäden entstehen, ist aber anstrengend. Ihre Stimme arbeitet den ganzen Tag hart, und viele Lehrkräfte haben am Ende des Tages Kopfschmerzen oder sind erschöpft.

Im Bewegungsraum und in der Kita kann es noch lauter sein. In einer schwedischen Studie mit 101 Beschäftigten aus Kindertagesstätten lag die durchschnittliche Belastung bei rund 71 dB(A). Es gab deutliche Ausreißer nach oben, und je mehr Kinder in der Gruppe waren, desto lauter wurde es. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel über Gehörschutz in der Kindertagesstätte.

In der Sporthalle

Sportlehrkräfte haben das größte Risiko. Eine laute Sporthalle erreicht schnell 85 dB, und bei Sporttrainern werden Werte bis deutlich über 90 dB gemessen. Quietschende Sportschuhe, springende Bälle, die Trillerpfeife und eine ganze Gruppe rufender Kinder sorgen zusammen für viel Lärm. Weil Sporthallen groß und hoch sind und mit harten Materialien ausgestattet, hallt der Schall lange nach.

Geben Sie mehrere Stunden am Tag, kommen Sie über einen Arbeitstag auf mehr als 80 dB(A). Es ist also kein Wunder, dass schon viele Sportlehrkräfte maßgefertigte Ohrstöpsel tragen.

Im Technik- oder Werkraum

Auch Lehrkräfte für Technik und praktische Fächer sind täglich lautem Lärm ausgesetzt. Metallbearbeitung wie Hämmern und Schleifen liegt schnell über 100 dB. Ein Winkelschleifer erreicht 95 bis 105 dB(A). Bei diesen Pegeln haben Sie innerhalb einer Viertelstunde Ihre gesamte Tagesdosis erreicht.

Zum Vergleich: Für Konzerte und Clubs gibt es in Deutschland kein Gesetz, wohl aber die Norm DIN 15905-5, nach der der Pegel am lautesten Publikumsplatz über 30 Minuten 99 dB(A) nicht überschreiten soll. In einem Werkraum kann es also genauso laut werden wie in einem Club.

Beim Schwimmunterricht

Im Schwimmbad wird der Schall von Fliesen, Glas und Wasser zurückgeworfen. Schwimmlehrer arbeiten dadurch oft bei 80 bis 100 dB. Stehen Sie einen ganzen Tag am Beckenrand beim Schwimmunterricht oder Schulschwimmen, ist Gehörschutz kein überflüssiger Luxus.

Achtung

Lang anhaltender Lärm kann zu bleibend schlechterem Hören und Ohrgeräuschen führen. Bemerken Sie nach einem Unterrichtstag ein Piepen, ein dumpfes Gefühl oder Mühe, in der Pause Gespräche zu verstehen, nehmen Sie das ernst. Hören Sie plötzlich deutlich schlechter, wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Hausarzt- oder HNO-Praxis, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Rechner · Lärmdosis

Wie lange ist dieser Lärm für Ihre Ohren unbedenklich?

Wählen Sie eine Situation oder stellen Sie Pegel und Dauer selbst ein.

Unbedenklich ohne Gehörschutz2 Stunden 31 Minuten
Ihre Tagesdosis nach 6 Stunden2×
Ohne Gehörschutz 2×
Mit einem Filter mit SNR 19 3%
Mit einem starken Filter (SNR 31) 0%

100 % ist Ihre volle Tagesdosis, 3× bedeutet dreimal so viel. Liegen Sie über 100 %, riskieren Sie einen bleibenden Gehörschaden.

Am Arbeitsplatz (LärmVibrationsArbSchV)

Tages-Lärmexpositionspegel: 84 dB(A)

Ab 80 dB(A): Ihr Arbeitgeber muss Ihnen Gehörschutz zur Verfügung stellen, Sie unterweisen und eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten.

Lärmmessung anfragen

Schätzung nach der Faustregel 80 dB(A) über 8 Stunden, wobei sich die Zeit mit jedem Plus von 3 dB halbiert. Der SNR ist ein Laborwert: Wie stark Ihr Gehörschutz in der Praxis dämpft, hängt davon ab, wie gut er abdichtet. Ersetzt keine Messung.

Was muss die Schule als Arbeitgeber tun?

Auch für Schulen gilt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. In der Gefährdungsbeurteilung muss geprüft werden, wo Lärm ein Risiko ist, etwa in der Sporthalle, im Werkraum oder im Schwimmbad. Kann der Lärm 80 dB(A) erreichen, muss er ermittelt und bei Bedarf gemessen werden.

  • Ab 80 dB(A) stellt der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung und unterweist über die Risiken.
  • Ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht, und es wird ein Programm zur Lärmminderung aufgestellt.
  • 85 dB(A) ist auch der maximal zulässige Expositionswert am Ohr, also mit Gehörschutz.

Daneben kann die Schule den Lärm an der Quelle angehen, zum Beispiel mit Schallabsorbern in der Sporthalle oder abgeschirmten Maschinen im Werkraum. Das kostet Zeit und Geld, und der Lärm einer Gruppe Kinder verschwindet dadurch nicht. Gehörschutz bleibt deshalb oft nötig.

Möchten Sie wissen, wie laut es an Ihrer Schule ist? Mit einer Geräuschmessung erfassen wir den Pegel je Raum. Mehr zu den Regeln lesen Sie in Wann ist Gehörschutz Pflicht?, und in unserer Übersicht der Berufe mit hohem Risiko für Hörschäden sehen Sie, wie die Schule im Vergleich zu anderen Branchen abschneidet.

Welche Ohrstöpsel helfen Lehrkräften?

Als Lehrkraft möchten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler weiterhin hören. Ein Ohrstöpsel, der alles abschottet, ist also keine gute Idee. Sie brauchen einen leichten Filter, der die scharfen Spitzen wegnimmt, während Stimmen verständlich bleiben.

Klassenzimmer und Sporthalle

Der Pure Tones Work dämmt tiefe, mittlere und hohe Töne fast gleich stark. Stimmen klingen dadurch natürlich, nur leiser. Mit dem mittleren Filter (SNR 16 dB) nehmen Sie Trillerpfeifen und Geschrei die Schärfe und können der Gruppe gut folgen.

Werkraum

Beim Schleifen, Sägen und Hämmern ist mehr Dämmung nötig. Der Custom Work dämmt je nach Filter und Material mit einem SNR von 17 bis 31 dB, mit dem Click-Filter bis 34 dB. So schließen Sie ihn, wenn die Maschinen anlaufen.

Weil die Ohrstöpsel nach einem Abdruck Ihres Ohrs gefertigt werden, schließen sie zuverlässig ab und sitzen auch nach einem vollen Unterrichtstag noch bequem. Arbeitet eine ganze Fachschaft oder Schule damit, prüfen wir für Teams ab 3 Personen gerne einen Besuch vor Ort – sprechen Sie uns an. Wir beraten je Raum oder Funktion, welcher Filter passt, und für Gruppen arbeiten wir mit Staffelpreisen.

Und die Schüler?

Nicht nur Lehrkräfte leiden unter Lärm im Klassenzimmer. Viele Schülerinnen und Schüler sind schnell von Geräuschen überreizt, zum Beispiel Kinder mit Autismus oder ADHS. Ein Ohrstöpsel, der das Stimmengewirr etwas leiser macht, kann helfen, sich bei Stillarbeit oder einer Klassenarbeit zu konzentrieren.

Setzen Sie solche Ohrstöpsel aber gezielt ein, in den lauten Momenten, und nicht den ganzen Tag. Wer alltägliche Geräusche ständig abschirmt, kann gerade empfindlicher dafür werden. Mehr dazu lesen Sie in Ohrstöpsel bei Autismus und auf unserer Seite über Ohrstöpsel gegen Reizüberflutung.

Möchten Sie wissen, wie Sie Ihr Gehör in der Freizeit schützen? Lesen Sie unsere Tipps, um Gehörschäden vorzubeugen.

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Häufig gestellte Fragen

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FAQ

Ja, wenn der Lärm über den Arbeitstag gerechnet 80 dB(A) erreicht. Dann muss der Arbeitgeber, bei verbeamteten Lehrkräften der Dienstherr, Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht. In einer hallenden Sporthalle mit einer vollen Gruppe kann der Lärm diese Werte erreichen.

Ja, wenn Sie einen leichten Filter wählen. Ein Filter, der recht linear dämmt, nimmt die scharfen Spitzen von Trillerpfeifen und Geschrei weg, während Sie Stimmen gut verstehen. Zu starke Dämmung macht das Unterrichten dagegen schwieriger.

Erreicht der Lärm 80 dB(A), muss der Arbeitgeber oder Dienstherr Gehörschutz kostenlos zur Verfügung stellen. Welche Art das ist, entscheidet er. Fragen Sie nach, ob für Ihre Schule eine Gefährdungsbeurteilung mit Lärmmessung vorliegt.

Das entscheidet die Schule. Für Schülerinnen und Schüler, die schnell reizüberflutet sind, können Ohrstöpsel helfen, sich zu konzentrieren, etwa bei Stillarbeit oder einer Klassenarbeit. Setzen Sie sie dann gezielt in lauten Momenten ein und nicht den ganzen Tag, denn wer alltägliche Geräusche ständig abschirmt, kann empfindlicher dafür werden.

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